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Paschalis Pitos war bis vor Kurzem griechischer U21-Handball-Nationalspieler. Er gehörte zu den besten Drei seines Jahrgangs. Nun schloss er sich den VTV Mundenheim an. Es ist nicht nur ein sportlicher Neuanfang für den 22 Jahre alten Sportler aus dem Norden Griechenlands.

 


Ludwigshafen. „Jassu“ – bei Handball-Oberligist VTV Mundenheim grüßt man mittlerweile griechisch. Seit September trainiert der 22 Jahre alte griechische Juniorennationalspieler Paschalis Pitos bei den Mundenheimern und wird von seinen neuen Teamkollegen mit fröhlichem „Hallo“ willkommen geheißen. „Hier ist ein gutes Klima in der Mannschaft“, sagt der Rechtshänder, der vom griechischen Erstligisten G.A.S. Kilkis nach Ludwigshafen kam.„Ich wollte nach Deutschland kommen, um guten Handball zu spielen und vor allem um zu lernen“, sagt der junge Mann, der am 10. März Geburtstag feierte. Pitos gehörte zu den Top-drei seines Jahrgangs in der griechischen U21-Nationalmannschaft. Anfang des Jahres gab er gegen Zweibrücken sein Debüt im Trikot der VTV-Herren. So lange zogen sich die Freigabemodalitäten hin. „Ein unglaublicher bürokratischer Aufwand“, sagt Trainer Patrick Horlacher.

Doch mittlerweile fühlt sich Pitos in Mundenheim heimisch und von Horlacher kommt prompt ein Lob. „Paschalis ist taktisch sehr gut ausgebildet. Er hat eine schnelle Auffassungsgabe und er kann sehr gut in der Abwehr spielen“, fasst er die Stärken des Rückraumspielers zusammen. „Er kann uns mit Sicherheit weiterhelfen“, ergänzt Horlacher.

Aktuell befinde man sich aber noch immer in der Eingewöhnungsphase. „Sowohl sportlich als auch menschlich und vor allem sprachlich“, erklärt Horlacher. „Wir geben ihm Zeit und wollen zeigen, dass er mit seinen Alltagsproblemen nicht alleine ist.“ Das wird von Paschalis Pitos honoriert: „Es ist sehr familiär, und ich fühle mich wohl.“ Das sei beim TuS Kaiserslautern-Dansenberg, seiner ersten Anlaufstelle im deutschen Handball, nicht der Fall gewesen. „Über einen Kollegen habe ich Kontakt zu Marco Tremmel gefunden. Der hat mich zu den VTV eingeladen, und hier hat alles gepasst. Wenn es gut läuft, würde ich gerne auch in der nächsten Saison bei den VTV Mundenheim spielen“, sagt er auf Griechisch. Deutsch kann er noch nicht so gut, deshalb übersetzte beim Interview RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Jota Alexiou.

Pito kam mit seiner Freundin nach Deutschland. Beide stammen aus Naoussa. Das liegt nördlich von Thessaloniki. Die Zukunft für junge Leute ist dort nicht rosig. Wohl auch deshalb kehrten beide ihrer Heimat den Rücken. Pito sammelt schon auch erste berufliche Erfahrungen in einem Betrieb in Mannheim, weiß VTV-Trainer Horlacher. Das junge griechische Paar weiß, dass vieles an der Sprache hängen wird. Die wenigen Brocken Deutsch, die ihm seine Teamkollegen bislang beigebracht haben, genügen aktuell höchstens für Getränkebestellungen – oder für kernige Flüche. An der Sprachkompetenz wird intensiv gearbeitet. „Im Training und auf dem Platz sprechen wir Englisch miteinander. Die Verständigung klappt mit jedem Mal besser“, sagt Pitos, der gerne noch viel mehr lernen würde – auch auf dem Handballfeld. Als sportliches Ziel definiert er dabei einen Aufstieg: „Die erste Liga in Griechenland entspricht vom Niveau etwa der dritten Liga in Deutschland.“ Zumindest dahin würde er es gerne schaffen – am liebsten natürlich mit den Mundenheimern. Das würde auch den Trainer freuen: „Es wäre toll, wenn er über diese Saison hinaus bei uns bleibt.“ Immerhin haben ihm seine aktuellen Teamkollegen auch schon ein wenig die Pfälzer Kultur nähergebracht. „Auf einem Weinfest waren wir zwar noch nicht, aber den Weihnachtsmarkt habe ich schon kennengelernt“, erzählt der Mundenheimer Neuzugang.

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