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Platz sechs belegten die Handballer der VTV Mundenheim in der abgelaufenen Oberliga-Saison.

Auf den ersten Blick sieht es wie ein Rückschritt aus, nachdem die Mundenheimer im Vorjahr noch Fünfter waren. Doch das ist es nicht. Deshalb ist VTV-Trainer Patrick Horlacher stolz auf seine Mannschaft – aus gutem Grund.


Ludwigshafen. „Nach dem großen personellen Umbruch haben wir insgesamt eine starke Saison gespielt“, sagt Patrick Horlacher, Trainer des Handball-Oberligisten VTV Mundenheim. Tatsächlich mussten die Mundenheimer schon vor der Saison zwei große Ausfälle verkraften. Mit den beiden Leistungsträgern Sebastian Winkelmann und Björn Scheuer hatten die beiden Haupttorschützen die VTV vor dieser Runde verlassen. Winkelmann war in der Vorsaison mit 254 Treffern noch Torschützenkönig der Oberliga gewesen. „Wir konnten die beiden nicht als Personen ersetzen, sondern mussten als Kollektiv überzeugen“, beschreibt Horlacher den Ansatz, der nach einem missglückten Saisonstart immer besser griff. Bester Torschütze der VTV war in diesem Jahr Siebenmeterschütze Patrick Buschsieper mit 127 Treffern, als 20. der einzige Mundenheimer unter den 50 besten Oberliga-Torschützen.„Wir haben uns gesteigert, wenn wir auch zum Rundenende hin wieder etwas nachgelassen haben“, umschreibt dies der Trainer und meint damit vor allem die vier letzten Auswärtsspiele in Haßloch, Saulheim, Offenbach und Moselweiß, die allesamt mit über zehn Toren fast abgeschenkt wurden. Den Klassenverbleib sicherten sich die VTV jedoch mit bis zum Schluss ordentlichen Vorstellungen in eigener Halle – was schließlich auch den Trainer besänftigte.

Neben den personellen Abgängen kompensierten die VTV immer wieder Verletzungen ihrer Leistungsträger. Die von Marco Tremmel zum Beispiel, der ab Dezember mit einem Kreuzbandriss ausfiel, den Leistenbruch von Abwehrchef Sascha Hanke, die Fußverletzung von Benjamin Treiber und den Daumenbruch von Florian Treiber – allesamt Spieler, die der insgesamt jungen VTV-Mannschaft mit ihrer Erfahrung hätten weiterhelfen können, aber über Wochen und Monate nicht zur Verfügung standen.
Es waren die jungen Akteure, die früh Verantwortung übernehmen mussten und diese Aufgabe mit Bravour meisterten. Der angesprochene Patrick Buschsieper ebenso wie Marc Zehe, Julian Doppler, Tim Schmieder oder Marcel Deege und Michael Heilmann. Sie wuchsen alle in die ihnen von Horlacher zugedachte Rollen hinein und halfen tatkräftig mit, dass der Klassenverbleib in der sehr lange sehr ausgeglichenen Liga relativ frühzeitig gesichert wurde.

Natürlich auch ein Verdienst des Mundenheimer Torhütertrios Nico Klein, Marcus Forler und Youngster Bastian Bappert. „Die drei haben sich immer wieder gegenseitig gepusht“, lobt der Trainer und scherzt: „Nico Klein hat von allen Spielern die größte Entwicklung durchgemacht. Ihn haben wir zum Rundenende in Moselweiß sogar im Feld eingesetzt. Er ist einfach ein Bewegungstalent“ – und trug sich mit einem Feldtor ebenfalls in die Torschützenliste ein.

Dabei vergaß Horlacher seinen Nachwuchstorhüter Bastian Bappert nicht, der es hinter dem Duo Klein und Forler, zwei der besten ihres Fachs in der Oberliga, nicht einfach hatte und trotzdem eine Perspektive für die Zukunft ist. „Wir können es uns nicht leisten, fertige Spieler zu holen, sondern müssen sie immer wieder selbst entwickeln“, erklärt Horlacher das Konzept der VTV, das in diesem Jahr wieder griff, wie die tollen Vorstellungen in eigener Halle gegen den bis dahin unbesiegten Spitzenreiter Haßloch und auch den späteren Aufsteiger Zweibrücken zeigten. „Daran wollen wir weiter arbeiten. Wir wollen unsere Heimstärke beibehalten und versuchen, auswärts konstanter gut zu spielen“, nennt er die Vorgabe zur neuen Runde.


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