M2

Studenten der Betriebswirtschaftslehre ist das Maximalprinzip sicherlich ein Begriff. Denjenigen denen dieses Prinzip nichts sagt hilft Wikipedia weiter: "Mit den gegebenen Mitteln das bestmögliche Resultat erlangen". Mit einem gegebenen Kader (8 1/2 Feldspieler) das bestmögliche Resultat (2 Punkte) erreichen, war also das Ziel am vergangenen Samstag in Schwegenheim.

Bevor der eigentliche Spielbericht beginnt, noch ein kurzer Exkurs in die Krankenliste unserer zweiten Hornissengarde der letzten Woche.
Patient 1: Ruben Meyer - wartet sehnsüchtig auf seinen MRT Termin.
Patient 2: Jonas Scheiring - trauert wie selbst angekündigt einem seiner Bänder nach.
Patient 3: Maik Erlewein - dank einer Knochenprellung nahezu die ganze Runde raus.
Patient 4: Lars Lemmert - seit knapp zwei Wochen stolzer Eigentümer einer Rippenprellung.
Patient 5: Andre Rebholz - krankheitsbedingt Trainingswoche ausgesetzt.
Patient 6: Benjamin Schäfer - ebenfalls krankheitsbedingt kürzer getreten.
Hinzu die Absagen unserer Arbeitstiere die aufgrund des Jobs nicht ins Training kommen konnten. So lässt sich die Trainingswoche recht einfach zusammenfassen. Dienstags abgesagt. Donnerstags gekickt. Spielvorbereitung geht anders.
Da der Satz "die Ausgangslage hätte besser sein können" so langsam nervtötend wird, ist es Zeit für eine neue lyrische Beschreibung der Kadergröße...:

Die Sterne standen unglücklich für die in schwarz gekleideten Nordpollichter aus Mundenheim. Doch so begrenzt die Größe des Kader war, so grenzenlos wie der Horizont war die Motivation. Egal wie sehr man versucht es auszuschmücken, die aktuelle Personalsituation lässt sich nicht schön reden.

Das letzte bisschen der Herren 2, das halbwegs schmerzfrei laufen konnte, wurde durch Ibrahim Barrow (Herren 3) unterstützt. Das Trainerduo Rebholz/Schäfer musste sich ebenfalls das Trikot überziehen. So kam es knapp neun Stunden vor Anpfiff zu einer weiteren Ausgabe  "Amateurhandball ist wenn...". Jonas Scheiring antwortete zuerst auf die in der mannschaftsinternen Whatsapp Gruppe gestellte Frage wer heute Trainer sein will und wird immer mehr zum Allrounder auf und neben dem Platz (Mittelmann, Mannschaftsarzt und nun auch Aushilfscoach).
Außerdem schon vorab ab ein Danke an den extrem lautstarken Mundenheim Block auf der Tribüne. Sieben Mal musste der Zeitnehmertisch die Time Out Sirene betätigen ehe das Signal auch nur eine Chance gegen die Tribüne hatte.

Doch nun zum Spiel. Als das Schiedsrichtergespann die Partie anpfiff war dies die leiseste Aktion der Anfangsphase. Schnelle Ballgewinne und die ersten Treffer ließen die Mundenheimer Trommeln auf der Tribüne nahezu durchspielen. Schnell wurde Andre Rebholz manngedeckt und dirigierte mit eleganten Handbewegungen von der Mittellinie aus das Mundenheiner Orchester im Angriff. Etliche male kamen die Hornissen zum Wurf. Doch trotzdem standen nach 19 Minuten lediglich 8 Tore auf der Seite der VTVler.
Hatte die HSG etwa Magie angewendet und einen wahrhaftigen Hexer im Tor? Das konnte an diesem Tag nicht festgestellt werden denn dafür hätten die Bälle aufs Tor kommen müssen. Unzählige Male schossen die Hornissen den Ball am Tor vorbei wodurch die HSG wieder ins Spiel kam. Doch durch die etlichen Fehlpässe der HSG gelang es der zweiten Hornissengarde wieder in Führung und mit einem 13:17 in die Halbzeit zu gehen.

Die HSG gab sich wie bereits in der ersten Hälfte zu keinem einzigen Zeitpunkt auf und näherte sich wieder an. Doch immer wenn die Parite eng wurde oder ausgeglichen war stand ein Spieler sinnbildich für den Siegeswillen der VTVler an diesem Tag. Lucas Weingarte behielt bei allen sechs Versuchen von der Strafwurflinie die Nerven und hatte maßgeblichen Anteil an der nie wechselnden Führung.
Auch wenn der Vorsprung zwischenzeitlich auf sieben Treffer gesteigert werden konnte machte sich nie das Gefühl eines sicheren Sieges breit. Erneut gelang es der Heimmannschaft zu verkürzen. Nun machte sich auch die Kadergröße bemerkbar. Überhastete Abschlüsse im Angriff sorgten immer wieder für torlose Angriffe der Hornissen. In der Abwehr wurden die Beine immer schwerer wodurch der Gegenspieler immer öfter nur gedanklich rechtzeitig gedeckt werden konnte. Die daraus resultierenden Zeitstrafen waren doppelt bitter für die Mundenheimer. Den nun hieß es auch für den Schlussmann der VTV sprinten. Auf der Bank warteten die Spieler entweder auf die abgelaufene Zeitstrafe oder ihre zweite Luft. Auf dem Feld spielten Spieler auf für sie teilweise ungewohnten Stellen. Das Chaos auf dem Feld fiel auch Andre Rebholz auf der Bank auf. Seine lautstarke Frage: "Ibra, weißt du was du spielen musst?" und die ebenso lautstarke Antwort "Nö" sorgten für einige Lacher auf dem Feld sowie auf der Tribüne. Kurz darauf kehrte wieder Ruhe in das Angriffsspiel der VTVler, die nun auf einige Treffer wegziehen konnten. Doch auch als das Spiel entschieden schien wurde noch nicht gefeiert. Bis zum Schluss gab die Heimmanschaft alles und machte es den Hornissen nicht leicht. Erst mit der Schlusssirene wurde der Jubel auf Mundenheimer Seite groß und der 27:36 Auswärtsieg gefeiert.

Wir wünschen der sympathischen Truppe der HSG Lingenfeld/Schwegenheim weiterhin viel Glück in der Runde und freuen uns auf das Rückspiel.

Das nächste Spiel unserer Hornissen findet am Sonntag um 18 Uhr im Schulzentrum statt. Gegner ist dort die Oberligareserve aus Offenbach die punktgleich mit den Herren 2 sind. Wir hoffen auf genau so lautstarke Unterstützung in diesem äußerst schweren und wichtigem Heimspiel.

HOSSA MUNNREM

Es spielten : Kalveram/Muth - Rebholz(3), Nagel(6), Bolz(5), Hofmann(8), Weingarte(7), Wüst(1), Barrow,(4), Schäfer(1), Lemmert M.(1), Lemmert L.