Mit einer 22:31 Auftaktniederlage gegen die TuS Neuhofen startet die zweite Hornissengarde holprig in die neue Runde.

Bevor wir zum eigentlichen Spielbericht kommen zuerst eine kurze Zusammenfassung der letzten Wochen und Monate aus Sicht der Herren 2.

Satz mit X... oder auch das Jahr 2020.

Ach war das schön. So vor knapp 7 1/2 Monaten als Begrüßungen noch aus einem einfachen und vor allem verständlichen Hallo bestanden, Handschläge nicht nach einem verzweifelten Versuch Macarena zu tanzen aussahen und bei dem Begriff Corona nicht nach einer Maske sondern einem Flaschenöffner geschaut wurde.


Der Abbruch der vergangenen Saison brachte große und unerwartete Folgen mit sich. Die über Monate angestaute Vorfreude darüber endlich wieder mit Handball anfangen zu können, führte dazu, dass sich in diesem Jahr überdurchschnittlich viele Spieler nicht (!) zum Lauftraining krank meldeten. Mit teilweise fast 20 mehr oder weniger motivierten Teilzeitathleten wurde sich den gesamten Sommer zwei mal die Woche getroffen und die verstaubten Laufschuhe malträtiert. Freunde der Mathematik werden wahrscheinlich bereits die Zirkel rausgeholt und versucht haben den Umfang des Mannschaftskreises auszurechnen. Den mit dem natürlich jeder Zeit eingehaltenen Mindestabstand von 1,5 Meter erstreckte sich dieser oft gefühlt über mehrere Stadtteile. Das Lauftraining war in der Vorbereitung noch eine der wenigen Trainingseinheiten die normal stattfinden konnte. Den auch ohne Corona wäre spätestens nach den ersten 400 Meter konditionsbedingt der Sicherheitsabstand zwischen den einzelnen Spielern vorhanden gewesen.
Doch nicht nur Covid - 19 machte den ausgeklügelten Vorbereitungsplan des dynamischen Trainerduos Engert / Schäfer kaputt. Zwei Wochen nachdem die Hornissen endlich wieder in den monumentalen Sportpalästen des VTV trainieren durften, mussten sie diese schnell wieder verlassen. Wie jeder weiß sind wir hier in Ludwigshafen gesegnet und haben das große Privileg in den schönsten Hallen Deutschla.... nun ja wir haben Hallen und in denen kann man meistens trainieren. Damit diese uns auch weiterhin in all ihrem Glanz erhalten bleiben sind Wartungsarbeiten nötig die genau in die Vorbereitung der Hornissen platzen. Mehr oder weniger ohne Halle und mit mehr oder weniger Gefühl in den Wurfarmen wurde sich vereinsintern auf Hallensuche begeben. So wurde einige Wochen sogar in der Hasslocher Pfalzhalle trainiert, die wie eine Legende besagt, auch in den nächsten 100 Jahren nicht restauriert wird. Das durch den Abgang dreier Rückraumspieler dringend benötigte Handballtraining war jedoch nur ein Teil der Saisonvorbereitung. Durch die Kooperation mit Lieser Fitness befanden sich auch mehrere Fitnesseinheiten und Kurse im Vorbereitungsplan von denen sich manche körperlich und mental bis heute nicht erholt haben. An dieser Stelle noch einmal ein Danke der Truppe in Richtung Lieser für den Muskelkater. Doch nicht nur Kraft sondern auch Athletik stand auf dem Programm. Treppenläufe, Sprinteinheiten im Sand und auf Rasen - blamiert wurde sich überall.
Das Resultat ist ein Vorbereitungsplan der sich ließt wie ein Reisemagazin. Hallentraining im Zentrum vom Ludwigshafen, Mundenheim und Hassloch. Lauftraining im Maudacher Bruch und auf der Parkinsel oder wie dort ansässige es sehen, der Côte d'Azur am Rhein. Krafttraining im Fitnessstudio und Athletiktraining in Heidelberg, Mannheim und Speyer. Mehr Testspielabsagen als in den vergangenen vier Jahren zusammen.

Alles in allem eine Vorbereitung wie sie hoffentlich nur 2020 stattfinden konnte.
Nach insgesamt vier Monaten Vorbereitung, sieben (!) verschiedenen Vorbereitungsplänen, etlichen jetzt schon legendären Trainingsabsagen und Teilnahmen war es letztes Wochenende also soweit. Endlich wieder ganz normal Verbandsliga...zumindest im Rahmen des möglichen...

Mit Mundschutz im Gesicht sah es eher nach Maskenball aus als sich der 15 Mann große Kader der zweiten Hornissengarde in der Kabine traf und dort erst einmal saß. Durch die Hygieneregeln heißt es für die Spieler nämlich ab sofort warten, bis auch der letzte Zuschauer den Hallenausgang gefunden hat. Erst wenn sich die Mannschaften die zuvor spielten in ihren Kabinen befinden dürfen die nächsten Teams raus. Die Duftwolke die die Kabine verlassen haben muss, nachdem 15 Leute in einer kleinen Umkleide ausharren mussten, machte den Gebrauch einer Maske zusätzlich nützlich.

Anpfiff.

Schnell wurde klar das sich Neuhofen einiges vorgenommen hatte. Das aggressive Defensivverhalten und disziplinierte Angriffsspiel der Gäste setzte die Hornissen von Beginn an unter Druck. Es gestaltete sich eine ausgeglichene Anfangsphase in der auf Seiten der Gäste vor allem Björn Hermann, welcher vier der ersten fünf Tore für Neuhofen warf, viel daran lag im Spielbericht erwähnt zu werden. Auf Seiten der VTVler ist vor allem Marc Zimpelmann hervorzuheben der im Alleingang seine Mannschaft im Spiel hielt. In Top Gun Manier flog der Schlussmann der VTVler frontal in etliche freie Abschlüsse der Gäste. Erst beim Stand von 9:14 gelang es Neuhofen das Spiel deutlicher zu gestalten (25 Min.). Das durch die teilweise mangelhalfte Trainingsbeteiligung auf Seiten der VTV ideenlose Angriffsspiel lud die Gäste zu einigen Kontern ein und so ging es mit einem 11:17 in die Kabinen.

Die Hornissen kamen motiviert aus der Halbzeit und verkürzten schnell auf 13:17 (32 Min.). Doch durch einige Leichtsinnsfehler im Angriff und steigender Nachlässigkeit in der Abwehr gelang es Neuhofen schnell wieder die Führung auszubauen ( 15:23 39 Min.). Wenige Minuten danach kam es zur Szene des Spiels als Marc Zimpelmann sichtlich motiviert zuerst den Schiedsrichter, dann den gegnerischen Schützen, der Tonlage geschuldet eigentlich die gesamte Halle, fragte ob dieser seinen Strafwurf auf die linke oder rechte Seite werfen würde. Den Gedankenspielen des VTV Keepers resistent gegenüberstehend entschied sich dieser den Ball hoch und mittig zu werfen. Dies ahnte Zimpelmann und schlug den Ball anmutig wie auch grazil mit einer Armbewegung, wie sie sonst nur bei YMCA zu sehen ist , gen Hallendecke. Dies sollte der letzte nennenswerte Moment auf Seiten der Hornissen sein. Weitere etliche Konter und freie Würfe aus dem normalen Positionsspiel ließen das Torekonto auf Seite der Gäste auf insgesamt 31 ansteigen.
Für die Hornissen gilt es in den kommenden Wochen im Angriffsspiel sowie in der Defensive weiter konzentriert zu arbeiten.

Wir wünschen der Truppe aus Neuhofen weiter viel Glück in der Saison und hoffen darauf das es in dieser ohnehin auf wackligen Beinen stehenden Runde zu einem Rückspiel kommen wird.

Auf Seiten der VTV spielten: Zimpelmann,Muth,Kalveram - Erlewein (2), Engert (6/3), Lemmert M. (1), Hofmann (7), Scheiring (3), Schäfer (1), Weingarte (2), Trefz, Gössner, Lemmert L. , Rösler

Wer seine Maske auch in Hallen außerhalb Ludwigshafens präsentieren will kann dies nächste Woche beim Auswärtsspiel der zweiten Hornissengarde in Wörth machen. Anpfiff: Samstag 17 Uhr.

HOSSA MUNNREM!