Mit einem 25:30 Auswärtssieg im Doppelderby gegen die mHSG Friesenheim/Hochdorf 4 klettert die zweite Hornissengarde in der Tabelle und weiß im Grunde immer noch nicht so genau wie sie dieses Spiel gewonnen hat.



Derby ist Derby. Egal ob Friesenheim/Hochdorf 26 gegen Mundenheim 49 oder sonst was. Das sind die Spiele für die sich mehr oder weniger (eher weniger) zwei Mal die Woche in der Halle getroffen wird.
Speziell für dieses Spiel designte Trainingseinheiten die über Wochen hinweg verfeinert wurden, Spielbeobachtungen vor Ort oder per Videoanalyse, Ernährungsumstellung und neu angelegter Schlafrhytmus. Eine gute Spielvorbereitung ist alles....oder aus Sicht der Herren 2: "Schau ma mal.".

Wie so oft blieb dem dynamischen Trainerduo "Schsch" (Schäfer/Scheiring) auch dieses mal eine nur ansatzweise als gut zu bezeichnende Spielvorbereitung verwehrt. Die für jede Trainingsplanung hinderliche Mixtur aus Erkältungs- und Urlaubsabmeldungen sowie einem Haufen Verletzungen ließ Schaltzentrale "Schsch" zum äußersten greifen.
Die letzten verfügbaren Spieler fanden sich vergangenen Donnerstagabend zusammen um sich mit der Randsportart "Fußball" vertraut zu machen. Das als Aufwärmspiel gedachte herumstolpern mit Ball am Fuß wurde spontan über die gesamte Dauer der Trainingseinheit verlängert.

Die Hektik, der Zeitdruck, das nonverbale aber auch verbale Chaos das sich am Sonntag wohl auf einer der saubersten Platten der Verbandsliga abspielte ,war im Nachhinein eigentlich zu erwarten.
Bereits am Tag zuvor glich der Gruppenchat der Hornissen in Sachen Grammatik, Logik und Grazie einem zusammengedrückten Schmierzettel. Zuerst vormittags die Schocknachricht das es in Friesenheim keine Musikanlage gibt, wodurch sich kurzer Hand die Box der VTV Herren 1 geliehen wurde. Dann zum Abend hin die wohl dramatischste Shopping Queen Folge außerhalb des VOX Programms. Grund hierfür das fehlende Trikot für den aus dem vorzeitigem Handballruhestand entführten Spielmacher Yannick Treiber. Sein Trikot aus dem Satz der Herren 1 - spurlos verschwunden,  was folgte war der Beweis das es doch noch so etwas wie Menschlichkeit gibt. Trikots ohne passende Hose oder ohne passende Nummer sowie, teils,  extra frisch gewaschene Trikots wurden sogar noch wenige Stunden vor Spielbeginn angeboten.
Wie auch immer fanden sich die letzten 12 Spieler der VTV 2 mehr oder weniger pünktlich im TSG Sportzentrum ein.

Keine Angst wir nähern uns dem Anpfiff.

Die müden Gesichter der Hornissen staunten nicht schlecht als sie auf den drei angebrachten Uhren am Spielfeldrand von Sao Paulo bis Madagaskar sämtliche Zeitzone entdeckten (außer die für Ludwigshafen).
Doch auch die wichtigste Uhr im Raum wollte nicht so recht und so wurde über eine dieser kleinen tragbaren Anzeigetafeln das Spiel dokumentiert.

Das Chaos fand auch nach dem

Anpfiff...

kein Ende.

Dies ist zugleich der Grund warum der Vorspann mal wieder zum Hauptteil wurde. Da die Partie wenig mit Handball gemein hatte sollte dies also auch der Bericht nicht.
Abwehraktionen waren auf beiden Seiten mehr Option als Pflicht. Tore fielen nur für die Anzeigetafel und nicht für den guten Geschmack. Laut wurde es nur als Lucas Weingarte dreimal in Folge die Knochenhärte des gegnerischen Torhüter testete, nachdem dieser bei allen drei Strafwürfen den Ball berührte.

Mit einem, für beide Teams, schwachen 14:14 ging es in die Kabinen.
Das Spiel dümpelte nur vor sich hin. Die knapp 60 sekündige Unterbrechung die für die zwei-Mann Diskussion zwischen Schiedsrichter und Gegenspieler stattfand war für viele Highlight der Partie. Was an sich schon Aussagekraft genug hat. Die von der VTV Bank von nun an als "Debattierrunde" beschriebene Partie wurde nicht wirklich besser. Beim Stand vom 24:23 legte ,der sich in seiner Interimscoachsphase der Reha befindliche Florian Wüst die Timeout Karte für die Hornissen. Mit gezielten Auswechslungen und präzisen Aussagen über das Spielgeschehen ließ der Friendly Giant unserer Herren 2 das Trainerduo "Schsch" zur Trainertriangel "Schwüsch" werden. Der nun immer stärker aufspielende Yannick Treiber glich im darauffolgenden Angriff aus (24:24 52Min).
Dann übernahm wieder Andre Rebholz die Hauptrolle. Sein Treffer zum 25:25 (53 Min.) ermunterte die VTV Bank erneut ihre müden Gelenke zum Jubeln in Bewegung zu setzten.
Dann ein Ballgewinn in der Abwehr, erneut strahlte das Rampenlicht auf Rebholz der zugleich einen ,wie von einem Engel geküssten (RISIKO) Konterpass auf Benjamin Schäfer spielte. Dieser kam fast genau so gut an wie die, aus dem an Benjamin Schäfer getätigten Foul  heraus entstandene Zeitstrafe gegen die Eulen/Bieber.
Der nachfolgende Strafwurf war für Yannick Treiber reserviert.
Mit Gewalt an die Latte, den abspringenden Ball wieder fangen und im Nachwurf glänzen. Ob gewollt oder nicht die erste Führung seit über 20 Minuten für Hornissen brachte die Gastgeber nun unter Druck (25:26 54 Min.).
Jedoch nicht VTV Keeper Simon Kalveram der die vier auffeinanderfolgenden Würfe von halbrechts parierte.
Dennis Freyer (25:27 56 Min.), Andre Rebholz (25:28 57 Min.) und Yannick Treiber (25:29 58 Min.) ließen die Abwehraktionen auch auf der Anzeigetafel Wirkung zeigen.
Doch die Bieber/Eulen gaben sich nicht auf.
Vor allem nicht von halbrechts.
Dessen stand jedoch nun Simon Kalveram, die Arme der VTV Abwehr oder wie im letzten Angriff die Köpfe der eigenen Mitspieler im Weg.

In einem Spiel das über den meisten Zeitraum nicht wirklich einen Sieger verdient gehabt hätte, holen die Hornissen ihre nächsten zwei Punkte und stehen mit 4:4 auf dem sechsten Platz.

Wir wünschen der Truppe der mHSG Friesenheim/Hochdorf 4 weiterhin viel Glück und hoffentlich gibt's dann auch endlich mal wieder ein Rückspiel.

Es spielten:

Kalveram / Muth

Rebholz (10), Treiber  (7 3/2 wobei eher Trick-als Fehlwurf), Freyer (4), Weingarte (4 3/1),  Nagel (2), Scheiring (2 2/1), Gössner (1), Trefz, Lemmert M., Schäfer

Das nächste Spiel der Hornissen findet am Sonntag in der Heinrich-Ries-Halle in Friesenheim statt. Hier geht's zum "Heimspiel" gegen die TG Oggersheim. Die Partie wird um 16 Uhr angepfiffen (Mitteleuropäische Normalzeit für alle Freunde der Zeitzonen).

HOSSA MUNNREM!