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Sportler im Blick: Sebastian Winkelmann von den VTV Mundenheim ist bester Torschütze der  Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar


Ludwigshafen. Eine Körpertäuschung, zwei schnelle Schritte, ein kräftiger Satz und ein unwiderstehlicher Abschluss – fast 200 Mal spielte sich dieser Vorgang in dieser Saison so oder so ähnlich ab. Und weil Sebastian Winkelmann von den VTV Mundenheim dazu auch noch 64 Mal von der Siebenmeterlinie erfolgreich war, steht der 24-Jährige mit 261 Treffern souverän an der Spitze der Torschützenliste der  Handball-Oberliga.Es ist die bislang erfolgreichste Spielzeit bei den Aktiven für den Spielmacher der Mundenheimer. „Er spielt eine herausragende Runde“, lobt VTV-Trainer Patrick Horlacher, der es umso mehr bedauert, dass er den 24 Jahre alten Winkelmann nach dieser Runde verliert. Zwar nicht an den Lokalrivalen Haßloch, sondern für ein einjähriges Auslandsstudium in Amsterdam. Dort will er nach dem VWL-Studium in Mannheim seinen internationalen Master im Studiengang „Strategisches Management“ bauen.Vieles hat Winkelmann, der nur 1,73 Meter große und 75 Kilogramm leichte „torgefährliche Mannschaftsspieler“ (so die Selbsteinschätzung) ausprobiert, ehe er dann doch beim  Handball hängengeblieben ist: Tennis, Fußball, Tischtennis und Taekwondo. „Aber am Ende hat mir  Handball am meisten Spaß gemacht, weil es das schnellste Spiel ist und ich hier die meisten Freunde gefunden habe.“ Außerdem stammt der in Bergisch-Gladbach geborene Ludwigshafener aus einer echten  Handball-Familie – trotz Vater Walter, der Vorsitzender des Ludwigshafener SC ist. Schwester Sabine ist auch bei den VTV Mundenheim groß geworden und bei Mutter Gabriele machte der damals dreijährige Sebastian die ersten Schritte auf dem  Handballfeld bei den VTV-Minis.


Und warum läuft es in diesem Jahr so gut bei ihm? „Ich konnte die ganze Vorbereitung mitmachen“, erklärt er. Trainer Horlacher ergänzt: „Er ist bei jedem Training dabei. Er geht hier jedes Mal an seine Grenzen.“ Ein Leistungsgedanke, der Winkelmann auch in Amsterdam begleiten wird. „Ich habe mich zwar noch nicht so genau umgeschaut, was ich dort für Möglichkeiten habe, aber ohne Sport geht Amsterdam auf gar keinen Fall.“


Es gibt weitere Gründe, warum der 24-Jährige in dieser Saison zum spielerischen Anführer der Mundenheimer  Handballer wurde. „Ich bin sehr selbstkritisch und sehe mir die meisten Spiele hinterher auch noch einmal genau an.“ Deshalb fällt die Bilanz des erfolgreichsten Oberliga-Torschützen für manchen vielleicht überraschend aus, denn „einigermaßen zufrieden“, ist Winkelmann bislang nur mit zwei Partien: „In Illtal hatte ich nicht viele Fehler, und auch Eckbachtal war ganz okay.“


Das gelte aber nur für die persönliche Leistung, denn für Winkelmann steht der Mannschaftserfolg im Vordergrund. „Es wissen zwar alle, dass ich in dieser Statistik führe, und ich glaube, sie gönnen es mir auch, aber deshalb ist das Spiel nicht auf mich zugeschnitten. Das wäre überhaupt nicht in meinem Sinn. Es geht immer um die Mannschaft.“ Deshalb ist für ihn die Torjägerstatistik von untergeordneter Bedeutung. „Es sind eine Menge Konter und Siebenmeter dabei.“ Viel interessanter wäre für ihn ein Blick auf eine andere Wertung: die der Torvorbereitungen. „die werden im  Handball leider nicht erfasst.“


Nun freut er sich erst einmal auf sein Auslandsjahr ab August. Danach würde er schon gerne noch ein wenig mehr aus sich herauskitzeln. „Mein Limit dürfte aber wohl die Dritte Liga sein. Das ist das Einzige, was sich mit einem guten Job vereinbaren ließe“, sagt er.

 

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Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Ludwigshafener Rundschau
Ausgabe: Nr.112
Datum: Donnerstag, den 16. Mai 2013
Seite: Nr.22
"Deep-Link"-Referenznummer: '91_10668394'
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